CLA Game Fair 2015 Harewood House

31. Juli bis 2. August 2015

Richter: Philip Allen und Jim Gale


Über Einladung des Veranstalters Phil Wagland durfte Teamleiterin Jutta Andre das Österreich-Team für die Euro Challenge bei der CLA Game Fair 2015 im englischen Harewood House zusammenstellen. Für jedes eingeladene Land darf nur ein Team starten. Jedes Team muss aus drei verschiedenen Retriever-Rassen bestehen, wobei einer davon auch ein Spaniel sein darf. Wir wurden eingeladen, den Golden Retriever im österreichischen Team mit unserer Aimee zu stellen. Wir überlegten kurz, ob wir diese Herausforderung annehmen können. Jedoch bei einem derartigen Event einmal dabei sein zu dürfen, um sein Land zu vertreten, war so verlockend, dass wir kurzerhand zusagten. Und so hatten wir die große Ehre, Österreich bei einem der berühmtesten Team-Wettbewerbe zu vertreten.


Am Montag, den 27.7. begann für uns das große Abenteuer England - CLA Game Fair.

Aufbruch nach Leeds…


Zug durch den Eurotunnel gebucht, Wohnmobil gepackt, Hunde an Bord - Voran! Harewood House, wir kommen!


Um die lange Reise für die Hunde (und auch für uns) so angenehm wie möglich zu gestalten, teilten wir die Route in drei Etappen und übernachteten einmal in Frankfurt/Main und einmal im französischen  Calais. Mittwoch früh befuhren wir endlich Englands Straßen und nach weiteren 500 km auf der „falschen“ Seite erreichten wir schließlich unser Ziel: Harewood House, Schlosspark, eine riesiges Messe-Areal mit hunderten von Zelt-Pavillons.


Kurz zur Geschichte:


Harewood House ist ein Schloss nördlich von Leeds, West Yorkshire.
Das Gebäude wurde in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts von der Familie Lascelles, die späteren Earls of Harewood, errichtet. Während der Weltkriege diente das Anwesen als Lazarett. Heutzutage ist das Gelände ganzjährig öffentlich zugänglich und dient als beliebtes Reiseziel.
Das Haus ist auch heute noch Sitz der Familie Lascelles. Familienoberhaupt ist derzeit David Lascelles, 8. Earl of Harewood. Seine Großmutter war Mary, Princess Royal, Tochter von König Georg V und Queen Mary.


Nachdem wir unseren Standplatz auf der Gundog-Camping-Wiese bezogen hatten, die nur einige Gehminuten vom Veranstaltungsgelände entfernt war, traf auch schon der Rest des Teams Austria ein:


Jutta Andre mit Labrador Retriever Happy Tears Another Sunshine Lucy, Käthe Lackner mit Flatcoated Retriever Flataholics Attention Please und Gerhard Kagbauer mit Golden Retriever Think Twice Absolute Beginners.


Den Donnerstag nutzten wir um uns einzugewöhnen und zu trainieren. Den Abend ließen wir gemütlich bei einem Gläschen und Gegrilltem ausklingen.


Der Freitag Morgen erwachte mit typisch englischem Wetter, und wir machten uns, leicht nervös ob der Ungewissheit, was uns erwarten würde, auf zur Gundog-Area. Das komplett eingezäunte Prüfungsgelände (ca. 150 m x 70 m) war von der Zuschauertribüne flankiert und in sich wiederum in verschiedene Abschnitte unterteilt. Auch diese Flächen waren für sich eingezäunt (Höhe ca. 80 cm) und von unterschiedlichem Bewuchs, wie zum Beispiel Rüben, Wildäsung, hohes Gras und aufgehäufter Strauchschnitt, welcher künstlichen Strauchbewuchs ersetzen sollte. Integriert in dieses Gelände waren sowohl ein kleiner Teich, der Teil einiger Aufgaben war (Mark ins Wasser, Blind über Wasser), sowie ein großer Teich, der aber nur durch einen Sprung über einen Zaun von über einem Meter Höhe zu erreichen war. Auch dieser wurde für verschiedene Aufgaben genutzt. Jeder Hund im Team hatte eine andere Übung, Punktewertung jedes Hundes galt für das gesamte Team, da es hier keine Einzelwertung gab.


Für unsere Aimee war der hohe Zaun die Schwierigkeit, da wir das so gut wie nie trainieren. Nach längerem Zögern versuchte sie es mit Klettern.... Beim Rückweg blieb sie aber leider im Maschendraht hängen, das Dummy immer noch fest im Fang. Schließlich musste Gerhard sie aus der misslichen Lage befreien.


Von jedem Team hatte der Labrador, der Golden und die 3. Rasse die gleichen Aufgaben, um somit den Top Dog des Tages  jeder Rasse zu ermitteln.

Hinzu erschwerend kam die Lärmkulisse. Direkt neben dem Prüfungsgelände waren die Tontaubenschießstände eingerichtet, auf denen von morgens bis abends durchgehend geschossen wurde. Die Hunde erlebten dies wie ein Dauerstandtreiben während ihrer Prüfungen. Doch nicht nur die benachbarten Schüsse waren ablenkend, sondern auch die Stimme des Platzkommentators, der jegliche Aktion von Hund und Handler über Lautsprecher dem Publikum kundtat. Dieses würdigte jede erfüllte Aufgabe mit tosendem Applaus. Wir müssen zugeben, dass all diese Umstände für uns sehr ungewöhnlich waren und für unsere Hunde die ohnehin äußerst anspruchsvollen Aufgaben abermals erschwerten. 


Am Ende des langen Tages erreichte Österreich den 7. Platz mit insgesamt 309 Punkten.

1. Frankreich 364 Punkte

2. Schweiz 352 Punkte

3. Belgien 327 Punkte

Am Samstag hatten wir frei und somit Zeit, einem rein Englischen Bewerb als Zuseher beizuwohnen. Unter den Teilnehmern erkannten wir viele Gesichter, die auch schon in Österreich bei diversen Working Tests als Richter fungierten. Ihnen beim Arbeiten mit den Hunden zuzuschauen war ein Genuss!


Am Sonntag durften wir in einem Einzelbewerb starten. Dieser fand am gleichen Gelände statt, an dem auch der Team Bewerb veranstaltet wurde. Es mussten 5 Aufgaben absolviert werden. Auch hier wieder mit Zäunen, Blind, Mark, Freiverlorensuche, wobei hier der Richter auf das selbstständige Arbeiten der Hunde Augenmerk legte. 3 von 4 Dummies sollten gefunden werden. Da die Handler auch nicht wussten wo diese lagen, konnten sie dem Hund nicht helfen.

Das Ende dieses Bewerbes war für uns wieder ungewöhnlich. Die 6 besten Hunde nach diesen 5 Aufgaben kamen ins Finale, obwohl diese nicht Punkte gleich waren. Sie mussten noch eine Aufgabe bewältigen, ein langes Mark, dafür vergaben die Richter Punkte, welche zu den vorherigen dazu gezählt wurden. Daraus ergab sich dann der Sieger. Somit konnte sich Gerda Companjen aus den Niederlanden mit ihrem Labrador Hanrebor Sir Patrick diesen Sieg holen!

Naja, andere Länder, andere Sitten wie man so schön sagt!


Es war eine großartig organisierte Veranstaltung, wir fühlten uns als Gäste herzlich Willkommen. Wir haben nicht nur fantastisch arbeitende Hunde gesehen, sondern auch tolle Handler. Es wurden neue Freundschaften geknüpft und alte Freundschaften aufgefrischt. In diesen gemeinsamen Tagen mit dem Team und den anderen Mitreisenden ist eine enge Kameradschaft entstanden, die  wir nicht missen möchten!


Shopping Paradies Game Fair: man kann nicht alles aufzählen was dort angeboten wird: Gewehre, die man natürlich testen kann, Kunst in Zelten, Gartenhäuser, Hundezwinger und alles was unser Hundefüherherz begehrt! Von englischen Rosen und Spezialitäten, maßgeschneiderte Schuhe, Jacken, Mäntel bis zu Traktoren, Grillern........ und natürlich die

typische englische Tweed-Kleidung.

Dies wurde voll ausgekostet, man kann ja so viele tolle Sachen nicht einfach in England lassen!


Unser herzlicher Dank gilt dem Organisator Phil Wagland und seinem Team. Durch seine perfekte Organisation hat er diese Tage für uns zu einem unvergesslichem Erlebnis gemacht.


Auch wir „Mitgereisten“ haben bei den Bewerben mitgefiebert und die Daumen gedrückt. Ich würde sagen, England war die Reise wert!


Inge Kagbauer, Gisela Huemer-Madlmayr